Ein bisschen Winter dachten wir, besuchen wir mal – als wir kurzerhand im November letzten Jahres unser langes WE in Stockholm buchten. Nun war es endlich soweit, zuhause in Hannover gut an Winter gewöhnt, starten wir: In den kältesten Winter in Stockholm seit 1868!
Kronen. Europa, Euro? Nee, Ausland ist ohne andere Währung ja langweilig ;) Geldwechseln, Bankärger, süßkramkaufen, busfahren und einchecken. Nicht schlecht staunen wir über die Mengen... Massen! an Schnee – und das gute Funktionieren von allem. Autos, Züge, Busse fahren, alles ruhig, nix am Hupen. Entspannt :) Aber noch denken wir, das ist hier normal.. und entspannen uns auch.
|
|
Beziehen unsere Koje in der schwimmenden Jugendherberge und ziehen zu einem ersten Stadtbesuch los. Das wiedererkennen vieler Dinge ist irgendwie schön, für mich ein entspannter Ausflug, weiß ich doch zumindest noch so ungefähr, wie alles wo zu erreichen ist. Und: die Löwen wachen immernoch über die Fußgängerzone :)
|
Ungefähr... auf dem Rückweg haben wir uns ein wenig verfranst und sind in der teuersten Straße Stockholms gelandet ;) schon schick! Und auch das Hotel mit Blick darauf war nicht unser Ziel...
|
Aber mal ehrlich: kann's unsere Herberge doch locker mit aufnehmen!
|
Als es wieder hell ist und wir etwas ausgeschlafener, ziehen wir los, Dinge tun, die wir zuhause nie schaffen: Fußgängerzonebummeln, Einkaufen, Luftschnappen, Kaffeetrinken, Hotdogessen und was sonst noch Spaß macht. Spannend war, dass bei erreichen der Fußgängerzone der Schnee schwand: die haben hier in der Tat Fußbodenheizung vor manchen Geschäften!
|
|
Nur schön sieht das nicht aus ;)
Also auf, in die andere Richtung: Altstadt. Dort ist der Boden kalt, nicht nur der, aber die Pferdchen stehen auf warmem Fell.. nur für die Menschen, der Schnee.
|
|
|
|
Und auch hier viele Läden, sich aufzuwärmen und dem Geld beim Schmelzen zuzusehen ;) Es ist erstaunlich, Mitbringsel für Freunde, Schwestern und den eigenen Schrank, zwischendurch etwas Genuss für den Bauch... Wir lassen es uns einfach mal gutgehen!
Bis Sødermalm haben wir es geschafft, danach war das Geld alle, die Taschen voll ;) Ausländische Supermärkte sind besser als Museen, man kann sogar anfassen und mitnehmen! – Mit den vollen Taschen ging es dann mit der Tunnelbana zurück: Etwas Kunst im Vorbeifahren. Dann erwärmen und probieren vieler Dinge in der JH-Küche.. lecker :)
|
|
Die Fahrt mit dem Boot. Hatte Chris sich in den Kopf gesetzt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass bei den Temperaturen Boote fahren, aber: sie taten! also Missverständisse ausräumen und rauf da!
|
Sehr vielseitig, diese Stadt, mit dem Boot ist man aber doch schnell draußen, wo einst Industrie war, wirkt die alte Mühle nun wie ein Schloss, die, die nicht so schön herzurichten ist, soll weichen: Wohnungen. Wohnungen gibt es in Stockholm in der Tat zu wenige. Und die zu horrenden Preisen. Schwer für alle, erst recht für Zuwanderer. Sødermalm war noch vor 50 Jahren ein Viertel, in dem man nicht hat wohnen wollen, Arbeiterviertel. Heute ist es hipp und was? unbezahlbar. Ganz draußen sind dann die ganz teuren Häuschen. Danach ist Ende. Land, Wasser, keine Stadt mehr, wir kehren um.
|
|
|
|
|
|
Hier erfahren wir, dass das Boot bis zu 30cm Eis brechen kann, was vielleicht auch nötig ist? Crushed ganz gut am Bug :) Wir erfahren, dass die Straße, in die wir uns verlaufen hatten, die teuerste der Stadt ist und dass der aktuelle der kälteste Winter seit 1868 ist! Und wir hier. als Warmländer? weia. Aber wir halten uns gut und bekommen auch gegen die Kälte von unserem Touri-Boots-Führer noch ein paar Tipps :)
Unser nächstes Ziel ist ein weiteres Schiff. Aus dem Nebel, langsam taucht es auf. Ist es tatsächlich? wahr?
|
|
Die Wasa ist kein Mythos geblieben, sie ist sprichwörtlich wieder aufgetaucht. Hat ein eigenes Museum zu ihrer kurzen und ebenso recht hektischen wie interessanten Geschichte bekommen. Die Titanic ist weiter gekommen! Eine einduckvolle Fehlkonstruktion: Ein Kriegsschiff mit zu wenig Ballast, falscher Breite bei vorhandener Bauhöhe und zu vielen oder schweren Kanonen. Sie ist noch im heutigen Stadtgebiet gekentert und gesunken. – Wir waren auf unserer Sightseeing-Tour weiter draußen! Bei Interesse gibt's [www] z.B. auf Wikipedia mehr Info.
Aufgetaucht, auch mein Objektiv befreite sich vom Dunst; hier also nochmal bei klarer Sicht:
|
|
Bilder entstehen im Kopf, ich träumte von blauem Himmel, Sonnenschein, etwas Schnee im Vordergrund, Eis auf dem Wasser, auch blau. Das gab es dieses WE nicht. Bekamen nicht nur wir zu spüren...
© chris & Danke fürs Bereitstellen!
|
Von enttäuschtem Rückzug aber sind hier alle weit entfernt und das 'Nichts' bietet Raum für Gestaltung fern der üblichen Postkarten.
|
|
Weiter über eine eisige Brücke, an Riddarhuset und -kyrkan zum Schloss, in die Altstadt, Café, zum Supermarkt, über eine noch kältere Brücke mit dem eisigsten Wind. Aber das Ziel schon vor Augen, also das Foto gewagt! Die armen Finger
|
Am Abreisetag geht es nochmal früh los. Packen, frühstücken und losfahren, mehr Zeit bleibt kaum. Aber die Sonne, die wir für 1/4 Stunde erhaschen, die gönnen wir uns noch, zu genießen!
|
|
Wie Werbung, wir sollen wiederkommen, kurz wunderschön, dann zieht es sich wieder zu, lässt uns entspannt ab-ziehen.