Auf der Suche nach ein bisschen jüngerer Geschichte Hannovers und einem vielleicht interessanten Terrain für Fotos bin ich relativ zufällig auf den ehemaligen Hauptgüterbahnhof gekommen. An einem sonnigen Frühlingstag machte ich mich dann zum ersten Mal dorthin auf, und vor ein paar Tagen zum zweiten Mal.
Habe ich beim ersten Besuch noch etwas länger nach einem Eingang suchen müssen, war das Gelände beim zweiten Besuch einfach offen. Dabei lagen nur ein paar Wochen dazwischen.
Es scheint wieder etwas in Bewegung auf dem Gelände. Es sind Baucontainer aufgestellt, es hämmert und klopft und es scheinen keine Vorbereitungen für eine Techno-Party zu sein. Denn diese fällt dieses Jahr auf den selben Termin wie die Love-Parade und somit aus.
Endgültig aufgegeben hat die Bahn den Hannoverschen Hauptgüterbahnhof 1997 nach mehr als 120-jährigem Bahnbetrieb und mehreren Wiederaufbauten nach Brand und Bombenzerstörung. Der Grund für den Rückzug der Bahn war der immer mehr auf LKW und Containerschiff verlagerte Güterverkehr. Zurück blieb eine riesige leere Halle und einige Schienen.
Zur Expo 2000 wurde der Halle nochmals Bedeutung gegeben: Sie wurde Herberge einer Lichtinstallation. Danach stand das Gelände wieder leer.
Verschiedene Vorschläge zur Nachnutzung kamen -- und gingen auch wieder. Selbst für Hochschulprojekte hatte sich das Gelände qualifiziert. Aber auch Parteien machten sich Gedanken die brache Fläche in etwas vielleicht schönes, vielleicht praktisches umzugestalten. Nun nach 10 Jahren scheint eine Entscheidung getroffen.
Was sich dort tut, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen. Einen Hinweis auf allgemein "Gewerbefläche" fand ich; dies hat der Oberbürgermeister verlauten lassen. Und auf einer Site einer Architekturfirma fand ich den vielleicht etwas konkreteren Hinweis auf ein Konzept, "u.a. für Theaternutzung, Einzelhandel, Veranstaltungszentrum". -- Man darf gespannt sein und beobachten.