Wieder zuhause. Und die Überlegeung, warum nicht der Heimatstadt auch mal einen Eintrag widmen. Wenn das für Bremen geht, könnte doch auch Hannover ein paar Zeilen bekommmen...
Ankunft? wieso Ankunft? Weil ich aus Bremen kam und auch zuhause wieder ankommen musste. Und irgendwo muss ich ja auch anfangen, mit diesem Eintrag über zuhause.
Bremen lag also hinter mir und ich stieg irgendwann am Sonntag mit Gugelhupf am hannoverschen Bahnhof aus, schwang mich aufs Rad und fuhr nach Hause. Nachdem ich mit Micha und Toulouse im Rippchen-Biergarten war, war es leichter :) Bis ich aber tatsächlich wieder angekommen war, also im Alltag angekommen, das hat ein bisschen gedauert. Aber nun ist es vollbracht und ja. soweit erstmal :)
Meine erste wieder-da-Tour geht in die Leinewiesen, bin ja immer auf der Suche nach Wasser, jedoch ist das in Hannover nicht unbedingt einfach, bzw. doch, man findet schon das ein oder andere Wasser, nur sind die immer so klein, dass sie nicht blau sind, sondern grün von den Spiegelungen der umliegenden Bäume; nun, es heißt ja auch immer wieder 'grüne Stadt'. Und tatsächlich kann man ziemlich mitten in H mit dem Fahrrad rumfahren und fährt nur 10% der Zeit zwischen Häusern rum.
Nundenn, ich habe mich aufgemacht in die Leinewiesen. Man kennt ja eigentlich alles, aberdoch gibt es auch zuhause immer mal wieder mal was neues oder neue Einblicke; so durfte ich heute ein trockenes Schleusenbecken sehen. -- Soviel zu der erfolgreichen Suche nach Wasser ;)
eine trockene Schleuse
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dahinter alte Conti in der Abendsonne
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Nein, ich habe noch Wasser gefunden :) im Kanal war noch welches, und hinter ihm ein hochfotogener Sonnenuntergang -- als ich dann in den eigentlichen Leinewiesen ankam, war die Sonne schon weg. So fuhr ich dort ziemlich schnell durch, in der Erwartung an diesem lauen, nun Herbst ist es schon, Herbstabend noch lecker ein Eis zu schlecken.
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| in der Eisdiele |
Vor ein paar Tagen fuhr ich nachts auf dem Heimweg am hohen Ufer entlang, geschichtlich gesehen dem Ursprung und möglicherweise auch Namensgeber Hannovers. Und ich musste ein wenig über diese Stadt nachdenken; hauptsächlich die des öfteren (sowohl von zugezogenen aber auch von gebürtigen Hannoveranern) bemängelte Charakterlosigkeit der Stadt.
An dieser Stelle fiel mir ein, dass Hannover aus einer Handelskreuzung entstanden ist, als Ort der Durchreise. Und irgendwie ist bis heute viel davon geblieben, eine Stadt, die überall dazwischen liegt, zwischen Nord und Süd und zwischen Ost und West, gar zwischen Bergen und Flachland, und noch immer einer der bedeutensten Verkehrsknoten Deutschlands. Ich kenne sogar Leute, die wollten eigentlich weiterziehen, von Norden kommend, nach Süden, von Osten kommend nach Westen; nun sind sie geblieben -- ich kenne aber auch welche, die sind nach ca. 5 Jahren umgekehrt ;) Bei so viel Durchreiseverkehr.. kann sich da etwas 'typisch hannoversches' herauskristalisieren? Oder sollte gar die Charakterlosigkeit der Stadt ihr Charakter sein? Als Stadt überall dazwischen.. somit eine Art superlativer Kompromiss ;)
Als heutiges Ziel habe ich mir das Expo-Gelände ausgesucht, mal schaun, was da noch oder auch wieder so los ist. Ein erschlossenes Gelände, von dem irgendwie nur der vordere Teil genutzt wird, dort sitzt beispielsweise ein Teil der (umgesiedelten) Fachhochschule und ein ziemlich großer Veranstaltungsort. Ich wollte mehr in den hinteren Bereich schaun.
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| ich hab es noch: mein Expo-Shirt! |
Auf meinem Weg kam ich an der Döhrener Mühle vorbei und war völlig überrascht ob des Eindrucks, den die sonst so klein und ruhig wirkende Leine hier vermittelte.
nahezu kanadisch
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wenn auch nicht tief, so schon breit
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Dann auf dem Gelände angekommen, sah ich viel Baustelle; dass mein alter Stadtplan von vor der Expo nochmal Aktualität erreicht: Dort steht 'Im Bau' ;)
ein neuer 'Pavillion' neben dem Yemen
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und viel Platz für weitere Projekte
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Mit der Aufwertung dieses Stadtteils scheint es jedoch einige Probleme zu geben, er ist aber auch tatsächlich weit außerhalb. Ein neuer Ikea und ein Teil der FH; Firmen, die sich bereits in dem ein oder anderen Pavillions niedergelassen hatten, sind wieder ausgezogen. Ziemlich trostlos da hinten :/
Ich habe auf Arbeit ein bisschen mehr zu tun bekommen und nun auch die offizielle Freigabe und Zugangserlaubnis für Wochenenden und jede erdenkliche Tages- und Nachtzeit erhalten .. Den zum Ausgleich angebotenen Kaffee-Bring-Dienst habe ich jedoch abgelehnt, ein Masseur wurde mir dann aber doch nicht fest zugesagt ;)
Ich habe vor ein paar Monaten eine richtig schöne Rad- und FotoTour gemacht, die ich hier gerne auch erwähnen möchte, nur habe ich gerade festgestellt, dass es mit dem vorhandenen Erinnerungs- und Fotomaterial sich nicht einschummeln lässt -- scheinbar wirken sich allein eine Kamera mit anderem Bildformat (Seitenverhältnis) und auch die Tatsache eines Mitreisenden extrem auf das Erlebnis aus. So habe ich den Beschluss gefasst, das alte Material in meinem Kopf und auf der Festplatte zu belassen und es bei Gelegenheit zu aktualisieren..
Der Morgen startet mit dem ersten Schnuppen des Jahres und einem Blick in einen grauen Himmel -- sollte nun tatsächlich Herbst sein? Ich hatte doch etwas ganz anderes vor, nämlich nord-westlich am Kanal neue Fotos der neulich entdeckten Hannover-Ecken zu machen. Nachdem ich aber dem Wetter und auch mir ein wenig gut zugeredet hatte, machte ich mich dennoch auf den Weg.
Der erste Teil der Tour führte mich nach Misburg in den dortigen Hafen -- bei dem ich mir wirklich nicht sicher bin, ob der noch genutzt wird, die vermosten Kräne und das abbröckelnde Ufer des Stichkanals machen nicht den Eindruck, doch waren einige der Schiffe, die bei meinem ersten Besuch dort lagen, verschwunden und auch standen dort andere Eisenbahnwaggons herum.
die Waggons sind neu
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und auch diese Anker waren letztes mal nicht hier
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Trotzdem sehr viel weniger Gebiet zu erforschen war, als in meiner Karte eingezeichnet, habe ich hier einige Zeit verbracht und viele, wirklich viele Fotos eingesammelt. Nachdem eine meiner Speicherkarten voll war, machte ich mir schon fast Sorgen, ob der folgende Ort denn noch drauf passe -- und ich machte mich auf den Weg zur Hindenburg-Schleuse. Ein Riesending, in dem die Kanalflotte aussieht wie Spielzeug.
da fährt oben ein Schiff aus der Schleuse
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und hier fährt 15m tiefer eins raus
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Meine Faszination für den kleinen Hafen und die große Schleuse lässt sich nur schwer in Bildern wiedergeben...
Tja, und nach diesen 2 Stationen waren tatsächlich beide meiner Speicherkarten voll, somit fiel der letzte Teil der Tour, nochmal das kleine Ölfeld zwischen hier und Expogelände zu besuchen, aus und ich machte mich geschafft und mit reichlich Beute auf den Heimweg.
Scheinbar habe ich in letzter Zeit tatsächlich viel Fotografiert.
Zunächst fiel mir auf, als ich etwas zu meinen Füßen fotografieren wollte, dass sich das Objekt plötzlich auf mich zu bewegte: der Zoom machte sich selbständig! -- Scheint wohl inzwischen ein wenig ausgeleiert, mein grade mal 1,5 Monate altes 18-125. Nundenn, mal schaun, wann es anfängt ernsthaft zu stören, derzeit ist es noch nicht der Fall, da es beim schräg Fotografieren noch sehr stabil ist :)
Zweites Merkmal des viel Fotografierens ist leider von höherer Dringlichkeit: Meine Backup-Platte fasst meine Daten nicht mehr :(
Eigentlich habe ich das ja schonmal festgestellt: das erste Mal an einem Ort und die Faszination und die Überraschung sind nicht zu toppen. Und wenn man zum zweiten Mal dann dort hinfährt, um Erinnerungen aufzufrischen oder auch neue Fotos zu machen, die man vermeintlich beim ersten Mal verpatzt oder gar vergessen hat, so ist es doch immer wieder anders, als man erwartet hat.
Bei mir waren nun Jahres- und auch Tageszeit eine andere. Jahreszeit ließ sich spontan nicht ändern, Tageszeit war beabsichtigt; nun und auf das Wetter hatte ich kaum Einfluss. Der eine Ort hat unter plötzlich umgeschlagenem Wetter, sehr festgelegten Bildern im Kopf und durch den anderen Sonnenstand verloren. Im anderen Fall war alles perfekt: Wetter war gut und das Licht stand sehr gut und es war besser als beim ersten Mal. -- So ist das mit dem Licht, ... ;)
Gestern war Feiertag und ich war geplant früh unterwegs zur Arbeit. Auf der auf dem Weg liegenden großen Kreuzung war weniger als übersichtlicher Verkehr, nahezu keiner. Ein seltsames Bild.
Nach der Arbeit zog es mich spontan in die Altstadt.
die Leine auf dem Weg zum hohen Ufer
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zwei Giebel, ein Kirchturm
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Da habe ich mich mal auf den Weg gemacht, die Pfade der Industrien in Hannover zu begehen und bemerkt, dass die einzelnen markanten Orte doch etwas weiter auseinander liegen als zunächst vermutet. Trotz Zuhilfenahme der S-Bahn und auslassen mir bereits bekannter Orte: An einem Tag war das nicht zu schaffen, da müssen mehrere her! Hier aber schonmal der erste Teil.
Und wiedereinmal habe ich mich viel an Gewässern bewegt, diesmal nicht 'auf der Suche', sondern weil Wasserwege sich gut für den Transport von Gütern eignen und sich viele der Industrien dort ansiedelten. Gestartet bin ich schon fast außerhalb am Rangierbahnhof Seelze; mit Blick auf den Nordhafen verließ ich die Strecke, denn dieser gehörte bereits zu einer Tour im Sommer.
Startpunkt Rangierbahnhof
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vorbei am Chemiewerk
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mit dem Kanal über die Leine
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und am Ende der Tour eine weitere Conti
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Hannover ist stolz auf sein Grün, hört man immerwieder. Und man sieht auch, dass die Stadt grün mag. Nicht nur in Stadtwald und Parks findet man in Hannover viel grün, sondern auch in den Farben der hier ansässigen Firmen: da gibt es das schon sprichwörtliche Üstra-Grün, aber auch 'htp' oder die 'Neue Presse' stehen dem in nichts nach und zeigen sich in knalligen Grüntönen ;)
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| Üstra-Grün in grüner Natur |
Vor ein paar Tagen fiel mir mal wieder auf, dass sich die Suche nach einem Stellplatz fürs Fahrrad nicht immer einfach gestaltet... Ich hörte schonmal "Das ist bestimmt die einzige Stadt, in der man Radfahrer sagen hört, 'Ich muss erstmal nen Parkplatz suchen..'" -- nun, ich weiß nicht, ob die einzige, aber eine derer :)
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| ein typisches Bild |
Mit Hannover bin ich zwar noch lange nicht fertig :) aber nach nun 3 Wochen (mit)geteilten Erlebnissen und Gedanken erkläre ich diesen Eintrag mal für abgeschlossen.
Die Danksagung gilt in erster Linie natürlich Hannover, für die vielen Ecken, die ich wiedersehen wollte, diejenigen, die ich nicht kannte und ansich auch für die, die noch ausstehen; weiterer Dank gilt Bremen, welches mich überhaupt auf die Idee eines solchen Langzeit-Eintrags gebracht hat.
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| hier vielleicht noch ein Lösungsansatz für Parkplatzprobleme.. |
Dies muss als Abschluss reichen, denn ein Fazit zu der Stadt, in der ich lebe? Das kann ich nicht finden; das vielleicht, wenn ich gegangen bin ;)