Bei aprilartigem Wetter ging es für mich endlich mal wieder aufs Wasser! Es ist Sommer und es muss einfach mal wieder sein. Tief im Binnenland, mitten in Duisburg mache ich eine Hafenrundfahrt durch die Geschichte und Gegenwart des größten Binnenhafen Europas.
Los geht es im Innenhafen, den wir aber bereits nach 300 Metern hinter uns lassen. Die Beschaulichkeit und die modernen Bürobauten weichen nach unterqueren der Brücke zum Außenhafen pulsierender Industrie.
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Innen- und Außenhafen waren Duisburgs erste innerstädtische Häfen, und nötig für das ans Wasser geknüpfte Handelsleben der Stadt. Ursprünglich am Rhein erbaut, fiel Duisburg 1200 'trocken', nachdem der Rhein nach einem Hochwasser seinen Lauf geändert hatte. 1407 folgte dennoch der Beitritt zur Hanse. Mit der Fertigstellung des "Rhein-Canals" im Jahre 1832 gelang es der Stadt, wieder ans Wassernetz und an den Handel mit schiffbaren Gütern anzuschließen. Der 1844 fertig gestellte "Ruhr-Canal" erwies sich jedoch als nicht konkurrenzfähig gegenüber der Bahn und wurde wieder verfüllt.
So bleibt ein Ausweg aus dem Innen- über den Außenhafen, den wir nun befahren: Zwischen Kränen geht es zum Rhein. Auf diesem ist schon fast eine Weite zu spüren, die ich sonst nur aus Küstennähe kenne. Der Wind und der schräg peitschende Regen verstärken den küstigen Eindruck.
Als der Schauer vorüber ist, umrunden wir die Rheinorange, ein Kunstwerk, das das Verschwinden der Ruhr im Rhein markiert. Rauf in die Ruhr geht es nicht.
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Ein paar Meter weiter biegen wir vom Rhein in den geschichtlich gesehen neusten Teil der 1905 zusammengelegten Duisburg-Ruhrorter Häfen ein. Den Hafenkanal entlang an Ölinsel, Kohleninsel und Schrottinsel, Becken A und B geht es vorbei. Die Schleuse zum Rhein-Herne-Kanal sehen wir nur von Ferne, es geht rein ins Becken C. Nach der Weite des Rheins wirkt hier alles enger als erwartet. Jedoch weitet sich der Eindruck wieder, als wir einer Werft mit Dock so nahe kommen, dass ein Bootsgrößenvergleich möglich ist. Es ist fast schade, dass das Rundfahrtschiff doch eine gewisse Größe hat.
Schrott und Kohlenberge an den Ufern, dazu drapiertes Gerät. Es ist Sonntag und recht ruhig im Hafen. Ich frage mich, ob die Touri-Fahrten während Vollbetrieb nicht auch etwas stören würden...
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Zwischen dem ein oder anderen Binnenschiff und an auf Ladung wartenden Schuten vorbei geht es zurück zum Rhein und ein weiteres Stück nördlich in den ältesten Bereich der Hafenanlage.
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Die Hafengeschichte Ruhrorts geht bis 1715 zurück. Der älteste Hafen, von dem heute noch ein Teil geblieben ist, der Werfthafen, stammt aus dem Jahre 1820. Der verbliebene Teil ist für moderne Schiffe deutlich zu klein und steht heute unter Denkmalschutz – und ab und an mal für Dreharbeiten zur Verfügung.
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Schräg gegenüber dieser historischen Kulisse zeigt sich das moderne Containerterminal des Duisport – wie die Duisburg-Ruhrorter Häfen seit 2000 heißen. Wiederum schräg gegenüber ist der Nordhafen gerade verfüllt worden, dahinter die Hallen des Freihafens.
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Die verfüllten Flächen stehen zwar für die Schifffahrt nicht mehr zur Verfügung, sind jedoch bevorzugte Standorte für Logistikunternehmen, die die Hafen- und Bahninfrastrukturen zu nutzen wissen.
An der sich permanent wandelnden Kulisse aus Modern und Alt geht es dann zurück, an den Museumsschiffen im Hafenmund vorüber, den Rhein rauf, in den Innenhafen zurück, wo uns der nächste kräftige Schauer empfängt.
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