Viele der alten Bahngelände in Duisburg sind einer neuen Verwendung zugeführt oder schlichtweg überbaut worden. Andere sind noch zumindest in Teilen vorhanden und ich kann zusehen, wie die Bagger einerseits oder der Zahn der Zeit andererseits an ihnen nagen. Hier mal zwei dieser Gelände:
Eines der noch in Teilen erhaltenen Gebäude ist der Güterbahnhof in der Nähe des Hauptbahnhofs.
Es mutet im vorderen (der City zugewandten) Teil schon etwas an wie ein Gewächshaus. Ein lichtdurchfluteter Raum, in dem in den Gleisbetten die verschiedensten Pflanzen eine Heimat gefunden haben.
Dieses Gebäude sollte zunächst einem Einkaufszentrum weichen, das nun jedoch wieder vom Plan gestrichen scheint. Weichen müssen die alten Hallen dennoch, nämlich der Verbreiterung der Autobahn. Die Abrissbagger haben auch schon deutlich geknabbert, doch vor einiger Zeit wieder eine Pause eingelegt. So war es mir gegönnt, bei meinen Streifzügen durch Duisburg auch hier noch auf Entdeckungsreise zu gehen -- ist aber motivtechnisch nicht so ergiebig.
Ein deutlich interessanteres und auch schöneres Gelände fand ich eher zufällig im Vorbeifahren: das ehemalige Bahnbetriebswerk mit Drehscheibe und Ringlokschuppen in Wedau. Beim ersten Mal konnte ich noch widerstehen, einige Wochen später jedoch nicht:
Und hier kommt wieder so ein staubiger Bruch? – Nein, diesmal nicht :)
In den 1970er Jahren ist das 1878 für Dampfloks gebaute Betriebswerk elektrifiziert worden. 2003 beschloss die Bahn, das Werk vollständig zu schließen.
Seitdem wächst der noch erhaltene Teil zu und bietet Pflanzen und auch Tieren eine idyllische Heimat. Ich hörte unzählige Frösche und sah viele Libellen – hatte aber für diese Beobachtungen nicht die richtige Optik dabei.
Von Besuchern ist hier hinten kaum eine Spur zu finden, überraschender- und genauso glücklicherweise. Aber es ist auch nicht das zugänglichste aller Gelände, die ich bisher erstreift habe. Und so setze ich mich noch ein wenig an den Überrest eines Gleisbetts und genieße Ruhe und Sonne.